Der Gemeindekirchenrat (GKR) diskutiert aufgrund der sich immer wieder ändernden Voraussetzungen durch die Verordnung zu Corona,


aber auch wegen der fallenden und dann wieder steigenden Infiziertenzahlen regelmäßig und lebhaft, wie vorzugehen ist bezüglich Gemeindeleben
und Gottesdiensten. Das passiert u.a. auch in Sondersitzungen über mehrere Stunden, wie zuletzt Ende Oktober. Dabei werden Argumente und Überlegungen zu möglichen Maßnahmen und Vorgehen oft leidenschaftlich ausgetauscht. Einige Mitglieder sind dafür, keine Gottesdienste durchzuführen, weil das bei dem momentanen Infektionsgeschehen wissenschaftlich keinen Sinn macht. Warum sollte sich das Virus in einem Gottesdienst anders verhalten
als z. B. im Kino? Je mehr Ausnahmen es gibt, um so weniger Effekt hat der Teil-Lockdown.

Diskutiert wird auch immer wieder, wie sich Aerosole ausbreiten und wie sinnvoll vor dem Hintergrund Masken im Gottesdienst sind, ob im Gottesdienst gesungen werden darf, wann die Heizung abgestellt werden muss und die Türen und Fenster geöffnet werden ... und viele weitere Maßnahmen werden im Detail „beleuchtet“. Andere Mitglieder heben die besondere Stellung der Kirchen in dieser schweren Zeit hervor. Wer, wenn nicht die Kirchengemeinde, kann jetzt Hoffnung spenden und Halt geben. Genau deshalb dürfen Gottesdienste auch noch stattfinden und die Kirchen sind nicht geschlossen, wie z. B. Theater.

Ich glaube, ich darf sagen, dass die allermeisten Mitglieder des GKR selbst innerlich „zerrissen“ sind und ständig abwägen, welche Position zu welchem Punkt gerade die richtige ist. Nach dem Austausch aller Argumente stimmt der Kirchenvorstand über die Maßnahme ab. Und obwohl am Ende natürlich nicht jede Position im Ergebnis berücksichtigt wird, konnten bisher doch alle diese Ergebnisse mittragen.

Marc Gruber

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