Sonntag - Zeit für den Gottesdienstbesuch. Erfreulicherweise ist das im Gegensatz zum 1. Lockdown möglich. Offenbar ist erkannt worden, wie wichtig die freie Ausübung des Glaubens und seelsorgerliche, Hoffnung stiftende Begleitung in dieser Zeit ist, die bei vielen Menschen die seelische und körperliche Gesundheit zunehmend beeinträchtigt.

Was ist es denn, was wir besonders jetzt brauchen?
Trost, wenn ein lieber Mensch gestorben ist, aber nicht richtig Abschied genommen werden kann.
Hoffnung, wenn alles aussichtslos erscheint. Ein „Fürchte dich nicht, ichbin bei dir“, wenn die Angst vor Krankheit und Folgen der Pandemie lähmt.
Begleitung oder einfach „da sein“, wenn jemand durch eine Krise geht. Raum für Ruhe und Besinnung in einer Zeit voll Stress, Verwirrung und Angst …
Hoffnung, Trost, zur Ruhe kommen, aber auch Gemeinschaft – wenn zzt. auch nur eingeschränkt – finde ich beim Gottesdienstbesuch in der Verkündigung von Gottes Wort, den Liedern und dem gemeinsamen Gebet. Die Kirche kann/könnte aber noch mehr. Am 8. November fand zur Eröffnung der EKD-Synode zum Thema „Kirche ist Zukunft“ ein Gottesdienst statt. In der Predigt von Bischof Dr. Christian Stäblein zu einem Auszug aus Röm. 8, 22 ff. wurde der Appell
an die Kirche deutlich, eine ihrer Grundaufgaben, Trost durch Gottes Geist zu spenden und Hoffnung wachzuhalten, umzusetzen und auch selbst wach zu sein für aktuelle und zukünftige Erfordernisse. Dazu ist es allerdings notwendig, nicht nur zu Gottesdiensten einzuladen, sondern auch aktiv zu den Menschen nach draußen zu gehen. (Der Gottesdienst ist in der ZDF Mediathek abrufbar.)
Darauf hoffe ich, dass die Kirche sich weiterhin für ihre Aufgaben und die Menschen mutig und kreativ einsetzt, egal was noch auf uns zukommen mag. Haben wir nicht alle Sehnsucht danach, etwas von Gottes Reich schon jetzt verspüren zu können? Das ist m. E. nur im von Gottes Geist geführten, zugewandten Miteinander möglich – im Gottesdienst und überall dort, wo Menschen – und Kirche - für andere da sind.

„Denn wir wissen, dass die ganze„Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblickseufzt und in Wehen liegt. Nicht allein aber sie, sondernauch wir selbst, die wir den Geistder Erstlingsgabe haben, seufzenin uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösungunseres Leibes. Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin.“(Röm 8, 22-24)

Ellinor Raubenheimer

 

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