Gemeindeleitung

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Aufgefahren in den Himmel ... unser Blick zu Gott - und dem Mitmenschen

 


Es war eine volle Pfarrwiese, angefüllt mit Menschen aus den drei Seeprovinzgemeinden. Dazu eine kräftige Sonne und leichter Wind ... und trotzdem ging der Blick eines manchen ab und zu hoch in den Himmel. Was suchten sie dort wohl?
Gedanken an ein möglicherweise aufkommendes Gewitter ließen Predigt, Gesang und Gebet gar nicht aufkommen: Vom Posaunenchor Steinhuder Meer klangvoll eingeleitet wurde im Gottesdienst viel gesungen - erstmalig auch an diesem Platz von der KonfiCamp-Band, die sich vor einem Jahr unter Leitung von Karsten Dorow gegründet hatte. Und die Lieder umfassten 500 Jahre alte Lieder, altbekannte Lieder - und junge Lieder, die manche der älteren Gottesdienstbesucher erst einmal in Ruhe auf den Liedblättern mitlasen, bevor sie dann beim dritten Refrain einstimmten.
In einem Anspiel der jugendlichen Teamer aus der Konfirmandenarbeit zum Thema "Was ist mir der Himmel?" wurden drei Beispiele dargestellt, die den Himmel auf Erden bedeuten könnten. Und nur bei einem gab es Proteste: Ein als jugendlicher Fan von Schalke04 verkleideter Teamer wünschte sich die Meisterschaft ... sehr zum Unmut eines hinter mir sitzenden Herrn, der es für angebrachter in einer Predigt in Großenheidorn hielt, doch von MTV-Siegen zu sprechen ;-) Aber als Pastor Dorow schmunzelnd anmerkte, dass er schon wisse, dass ein Schalke04-Fan hier vielleicht Unmut errege - wegen mangelndem Lokalgeist und in dem handballbegeisterten Großenheidorn, dufte er mit der Predigt beginnen. Und in ihr zum Text aus dem Brief an die Römer (15,7) erinnerte und ermahnte Karsten Dorow alle Anwesenden, auch mit Beispielen von sich selbst, zum liebevollen Annehmen des Anderen mit alle seinen Fehlern, Gebrechen und Schwächen - als den wertvol
len, uns durch seine Liebe reich machenden Mitmenschen. Gerade in diesem Annehmen erzeigten wir unseren Glauben.

Foto vom Kreuz beim Himmelfahrtsgottedienst


Die aus diesem Annehmen mögliche Gemeinschaft wurde mehrfach aufgezeigt: An dem gemeinsamen, Ortsgrenzen überschreitenden Gottesdienst, und vor allem an der nun lebendigen Kinder- und Jugendarbeit in der Seeprovinz, die jetzt in den drei Kirchengemeinden sich ergänzende Angebote für alle Altersgruppen bereithält. In den Abkündigungen betonte dies Pastor Markus Weseloh noch einmal. Als Abschluss des Gottesdienstes stellten sich alle Anwesenden in die mit Kreidewagen auf die Wiese gezeichnete große Kreuzesform - um sich von einer Drohne von oben photographieren zu lassen. Aber danach klang der Himmelfahrtsgottesdienst, wie traditionell üblich, mit dem gemeinsamen Beisammensein auf der Pfarrwiese bei Gegrilltem, Suppe und Musik aus - unter dem Zeichen der großen Bratwurst als Kollektengefäß.

Christian Ostertag-Henning