Happy Hour Nicolai – der etwas andere Gottesdienst

„Da brauchen wir nicht so früh hinfahren, es werden bestimmt nicht so viele Leute da sein. Wir bekommen schon noch einen guten Platz.“ Weit gefehlt: Es war kaum noch ein Platz frei um kurz vor vier Uhr nachmittags am Valentinstag, die Kirche in Altenhagen war bereits rappelvoll mit Menschen aus allen vier Seeprovinzgemeinden. Wir konnten uns gerade noch im Seitenschiff auf eine Bank hinter dem Chor „Meermusik“ quetschen.

Ein Gottesdienst, so bunt wie die Ankündigung und ganz anders als gewohnt, begann -passend zum Tag - mit dem Thema „liebenswert“. Viele sehr unterschiedliche Elemente ließen uns nachdenken über Fragen wie: bin ich liebenswert, für wen bin ich liebenswert (Gott? andere Menschen?), wie zeige ich, dass jemand liebenswert ist, muss ich Bedingungen erfüllen oder Vorstellungen entsprechen, um liebenswert zu sein usw.?
Dass Gott uns von Anfang an bedingungslos liebt, wird uns bereits in der Taufe zugesagt. So auch Emil, der während des Gottesdienstes von Pastor Markus Weseloh getauft wurde.
Ein Zwiegespräch zwischen Anette Wiborg und Holger Kipp spielte auf den Brauch an, am Valentinstag – aber auch sonst – einem Menschen mit einem Blumengruß eine Freude zu machen und damit zu zeigen, dass man ihn oder sie lieb hat.
Partnersuche im Internet: Wie viele Menschen verstecken sich dort durch ein geschöntes Profil hinter einer Maske aus Sorge, sonst nicht „liebenswert“ zu sein? Das führte Alma Ripphoff von der Laienspielgruppe Großenheidorn sehr anschaulich in einem Anspiel vor.
Neben Gemeindeliedern wurde der Gottesdienst musikalisch abwechslungsreich vom Chor „Meermusik“ sowie Sabine Bulthaupt und George Kochbeck bereichert.

Schließlich wurden wir von Pastor Markus Weseloh aufgefordert, in Bewegung zu kommen. Wir hatten an drei verschiedenen Stationen in der Kirche die Möglichkeit, entweder uns einen Segen zusprechen zu lassen bzw. ein Gebetsanliegen zu äußern, auf einen Zettel ein persönliches Anliegen zu schreiben und diesen in eine Schale vor einem großen hölzernen Engel zu legen oder – für viele war es ‚und‘ – eine Kerze für jemanden, der uns am Herzen liegt, anzuzünden.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es für alle noch die Möglichkeit, bei einem Getränk und leckeren Knabbereien ins Gespräch zu kommen.


Dankbar für die schöne Alternative zum üblichen Valentinstag sowie überrascht und erfreut, wie viele Menschen dieses etwas andere Gottesdienstangebot gerne angenommen haben, fuhren wir wieder nach Hause mit dem Wunsch: gerne mehr davon!


Ellinor Raubenheimer